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Als letzte Herrscherin aus dem
mazedonischen Geschlecht der Ptolemäer wurde Kleopatra VII. im
Jahre 51 v. Chr. zur ägyptischen Königin gekürt. Sie übernahm
den Thron zu einer Zeit, in der Ägypten politisch im Mittelmeerraum
eine
gewichtige Rolle spielte. Kleopatra
war hoch begabt und gebildet. Sie beherrschte mehrere Sprachen,
beschäftigte sich mit mathematischen und philosophischen Fragen.
Sie förderte in ihrem Reich die Künste, das Steuer- und
Bankenwesen, die Verwaltung und die Wissenschaften. Ägypten
besaß in Alexandria den größten Hafen der antiken Welt.
Aufgrund der Initiative Kleopatras wurde der berühmte Leuchtturm
von Pharos errichtet - eines der sieben Weltwunder der Antike. Über
ihre äußere Erscheinung liegen unterschiedliche Zeugnisse vor.
Häufig kritisierten Zeitgenossen ihre große Nase, kündeten aber
zugleich auch von der großen Anziehungskraft, die Kleopatra auf
andere Menschen ausgeübt haben soll. Dennoch galt Kleopatra
zugleich auch als skrupellose Herrscherin. Als Anhängerin der
damals üblichen Mysterienreligionen sah Kleopatra sich selbst als
Göttin Isis an und manifestierte damit den Glauben an ihre
göttliche Abstammung. Auch
sie schloss - wie es üblich war - offizielle Ehen mit ihren
Halbbrüdern, teilte jedoch die Regentschaft mit niemandem.
Nach dem Tod ihres Vaters und den
daraus resultierenden Unruhen musste Kleopatra vorübergehend
zurücktreten und in den Süden des Landes fliehen. Um die Macht
zurückzugewinnen und den Einfluss Ägyptens zu stabilisieren,
sowie die Eroberungspläne der Römer gegenüber dem ägyptischen
Reich zu vereiteln, sah sie sich gezwungen, mit den verhassten
Römern Bündnisse zu schließen. Im
Jahre 48 v. Chr. traf Cäsar in Alexandria ein. Die Legende
besagt, dass es Kleopatra gelang - eingewickelt in einem Teppich -
zu ihm vorzudringen. Kleopatra spielte bei dieser Begegnung all
ihre Intelligenz und ihren Charme aus, so dass der römische
Feldherr ihr half, die Thronstreitigkeiten zu ihren Gunsten zu
beenden. Vom Luxus am ägyptischen Hof und der Liebe seiner
Repräsentantin verwöhnt, blieb Cäsar länger in Ägypten als
geplant. Kleopatra brachte 47 v. Chr. ihren und Cäsars Sohn
Ptolemaios Caesarion zur Welt. Zu dem Zeitpunkt weilte ihr Geliebter aber nicht mehr in
Ägypten. Deshalb reiste Kleopatra 46 v. Chr.mit ihrem Sohn nach
Rom. Cäsar erkannte Caesarion jedoch nicht als leiblichen Sohn
an. Erst 44 v. Chr., unmittelbar nach der Ermordung des Imperators
kehrte Kleopatra wieder nach Ägypten zurück. 41
v. Chr. begegnete Kleopatra in Tarsus Antonius. Wieder verknüpfte
die ägyptische Königin eine Liebesbeziehung mit politischen
Überlegungen. Antonius folgte ihr nach Alexandria, wo dem Paar 40
v. Chr. Zwillinge geboren werden. Antonius verließ Kleopatra
jedoch wieder und heiratete nach dem Tod seiner ersten Frau die
Schwester Octavians. Doch als sie sich im Jahr 37 v. Chr.
wiedersahen, begann ihre Beziehung erneut. Ein weiterer Sohn wurde
geboren und das Paar schmiedete Eroberungspläne. Ein neues
griechisch-ägyptischen Reich sollte entstehen - dem römischen
Reich gleichgestellt. Sie unternahmen - zuweilen auch gemeinsam -
erste Eroberungszüge. 34 v. Chr. schienen beide ihrem Ziele schon
näher gekommen zu sein. Während Antonius und Kleopatra ihre
Erfolge feierten, plante Octavian den Krieg. 31 v. Chr. besiegte
der zukünftige römische Kaiser Augustus Kleopatra und Antonius
in der Seeschlacht bei Actium. Als Kleopatra sah, dass die
Schlacht verloren gehen würde, floh sie mit dem Staatsschatz nach
Alexandria. Antonius, der Kleopatra tot wähnte, brachte
sich um. Allein und eingeschlossen in ihrer Grabkammer, von
Octavian umzingelt, blieb Kleopatra nur noch ein Ausweg.
Vermutlich vergiftete sie sich selbst durch den Biss einer
Schlange. Kleopatra wurde
dennoch von Octavian ehrenvoll bestattet, Caesarion jedoch auf
seinen Befehl 30 v. Chr. ermordet. |